Heiße Tage im sehr „ruhigen“ Harz.

114 Harz

Harz Ende Juni? Fotografisch nicht die beste Idee, aber dieses Jahr waren die Umstände halt so. Unser Stützpunkt war Thale am Fuße des Bodetals. Gleich am Anfang wollten wir zum Sonnenuntergang auf die Rosstrappe und dachten es wäre eine gute Idee dort oben im Restaurant im Biergarten erst lecker zu Abend zu essen, um anschließend das kurze Stück zum Felsen zu gehen.

 

Eigentlich sollte das Restaurant bis 22 Uhr auf sein, nur als wir um 18 Uhr dort ankamen und uns setzten, merkten wir schon, dass wir nicht so wirklich willkommen waren. Ein nicht so freundlicher Kellner bediente uns zwar, aber wir waren die einzigen Gäste (wir wunderten uns schon, dass keine weiteren Autos da waren) und es war offensichtlich, dass wir dem Kellner den frühen Feierabend vermiest hatten. So wurden wir auch recht schnell abgefertigt, Essen auf den Tisch und während wir löffelten, wurden die Schirme und Aschenbecher eingesammelt und der gute Mann stand dann an der Tür und wartete ungeduldig, dass wir fertig wurden. Nun waren wir auch genervt und verwundert und bezahlten. Direkt hinter uns wurden die Türen geschlossen. Soviel zu Sommer, Biergarten und genüsslich essen, denn die Speisenauswahl war auch eher die einer Imbissbude.

Dadurch waren wir nun auch viel zu früh vorne am Felsen, es war gerade mal 18:30 Uhr. Ich machte einige Fotos, aber das Licht war noch sehr grell. Da der Sonnenuntergang erst um 21:45 Uhr sein sollte, beschlossen wir es für heute sein zu lassen und gingen wieder zurück.

Die Erfahrung, dass der Harz schon eine etwas verschlafene Region ist, machten wir die nächsten Tage noch öfters. Abends werden schon früh „die Bordsteine hochgeklappt“.

Auch das überall angepriesene Selketal erwies sich als Flop. Die Selkemühle und die Mühlen davor, genannt Hammer I bis IV, waren verfallen, nix mit Kaffee trinken. Auch der Versuch von der Ostseite endete so. Auch hier nur verfallene Gebäude. Aber der Weg von Osten her ins Selketal lohnt sich für einen Spaziergang. Die Selke fließt gemächlich dahin durch den Wald und hier und da kommt man auch an das Flüsschen für das eine oder andere Bach-Foto.

Als angenehm empfanden wir diese Ruhe jedoch, wenn wir abends noch mal hoch zum Hexentanzplatz fuhren, um dort den Sonnenuntergang über dem Bodetal zu genießen. Das dortige Restaurant hatte noch abends auf (nur Trinken, nicht Essen) und so genossen wir die Aussicht dort oben bei einem Espresso und einer Flasche Wasser. Aber auch hier waren wir fast die einzigen Gäste.

Das mit der Rosstrappe hatte sich damit für uns erledigt, zumal mir die Foto-Perspektive vom Hexentanzplatz besser gefiel.

Ein tägliches Highlight für uns war dann auch das Abendessen im Landgasthaus „Forelle“ nahe bei unserer Ferienwohnung. Die „Forelle“ war das positive Gegengewicht. Dort gab es ein sehr leckeres Essen und super nette Mädels die uns dieses servierten. Dort gab’s viel Fisch und Gemüse (der Name ist Programm) und das war genau nach unserem Geschmack.

Fotografisch war außer einem Versuch die Lichtstimmung im Wald durch Wischer abstrakt einzufangen nicht mehr viel zu wollen. Am letzten Tag machten wir noch einen Spaziergang zur Teufelsmauer. Es war uns einfach zu heiß und das Licht zu grell, selbst am Abend. Aber die Ruhe und Erholung war auch nicht das Schlechteste und gefallen hat es uns trotz allem. Nur das nächste Mal auf jeden Fall zu einer anderen Jahreszeit.